Interview mit Sophie Frenzel

Sophie Frenzel arbeitet seit 2022 in der Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung der Stadt Mülheim an der Ruhr und ist dort unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit und die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes zuständig. Nach ihrem Bachelor of Laws und einem Master of Public Management, in dem sie sich mit Klimakommunikation beschäftigte, setzt sie sich beruflich und privat für Klimaschutz und Klimaanpassung ein.

Foto: Helena Grebe – Stadt Mülheim an der Ruhr

Warum findest du das Thema sauberes Trinkwasser so wichtig?

Sauberes Trinkwasser ist für mich eine der grundlegendsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. In Deutschland drehen wir einfach den Wasserhahn auf und haben jederzeit hochwertiges Trinkwasser, das ist ein großes Privileg. Gleichzeitig zeigt der Klimawandel mit längeren Trockenperioden und extremen Wetterereignissen, dass diese Ressource nicht selbstverständlich ist. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir unsere Wasserressourcen schützen und nachhaltig nutzen.

Gibt es weibliche Persönlichkeiten, die dich in deiner Arbeit inspirieren?
Mich inspirieren vor allem Frauen, die wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich machen und in gesellschaftliche Debatten einbringen. Die Klimaforscherin Friederike Otto ist für mich ein gutes Beispiel dafür: Sie zeigt sehr klar, wie sich der Klimawandel konkret auf Extremwetterereignisse auswirkt und warum wissenschaftliche Erkenntnisse wichtig für politische Entscheidungen sind.

Welche Herausforderungen begegnen dir in diesem Handlungsfeld?

Eine große Herausforderung ist es, langfristige Entwicklungen in konkrete Maßnahmen für Städte zu übersetzen. Beim Thema Wasser geht es gleichzeitig um Starkregen, Hochwasserschutz, Trockenheit und den Schutz unserer Trinkwasserressourcen. Diese verschiedenen Perspektiven zusammenzubringen und in der Stadtplanung mitzudenken, ist komplex.

Gleichzeitig ist es eine große Aufgabe, Bürgerinnen und Bürger anzusprechen und sie zu motivieren, ihr eigenes Verhalten zu überdenken und positiv zu verändern. Dabei ist es besonders wichtig, diese Themen positiv zu vermitteln – nicht über Verbote, sondern über Möglichkeiten und Lösungen, die zeigen, wie jeder Einzelne zum Schutz unserer Ressourcen beitragen kann.

Was wünschst du dir in Bezug auf Leitungswasser?
Ich würde mir wünschen, dass Leitungswasser noch stärker als das wahrgenommen wird, was es ist: ein sehr hochwertiges, nachhaltiges und jederzeit verfügbares Lebensmittel. Gerade im Vergleich zu Flaschenwasser spart es Verpackung, Transportwege und damit auch Emissionen.

Was muss sich deiner Meinung nach ändern, damit unser Trinkwasser auch in Zukunft seine hohe Qualität behält?
Der wichtigste Punkt ist für mich der Schutz unserer Wasserressourcen. Das bedeutet zum Beispiel, Gewässer und Grundwasser stärker zu schützen, Flächen so zu gestalten, dass Wasser besser gespeichert werden kann, und insgesamt bewusster mit der Ressource Wasser umzugehen.